Nebeneinander. Miteinander. Füreinander.
Mein Mann und ich waren gerade unterwegs. In der ganzen Umgebung hatte es fürchterlich geregnet und Hagel prasselte nieder.
Wenig später klingelte das Handy. Unsere Tochter rief an und informierte uns aufgeregt, dass unser Keller überflutet sei.
Zu Hause angekommen stand der gesamte Keller bereits 15 cm unter Wasser. Schnell haben wir mitbekommen, dass es allen Nachbarn genauso ging. Die ganze Strasse, alle Keller, waren überflutet. Innerhalb weniger Minuten gingen alle aufeinander zu. Aus dem «Sie» wurde schnell ein «Du». Pumpgeräte wurden ausgetauscht, Besen und Schrubber in die Hand genommen und ein Keller nach dem anderen ausgepumpt. Trocknungsgeräte wurden weitergegeben. Jeder war für jeden da.
Als wir am Abend ins Bett gingen, war irgendwie alles nur halb so schlimm. Hatte es damit zu tun, dass wir alle gemeinsam betroffen waren, dass jeder jedem geholfen hatte und wir merkten, wenn es darauf ankommt, dann leben wir als Nachbarn nicht nebeneinander, sondern miteinander, ja sogar füreinander?
Soziale Unterstützung und Gesundheit
Epidemiologische Studien zeigen, dass Personen, die in stabile soziale Netzwerke eingebunden sind, zufriedener, gesünder und auch länger leben als sozial isolierte Personen. Personen, die in Familie und Verwandtschaft sowie im Freundes- und Bekanntenkreis viele regelmässige soziale Kontakte haben, sind seelisch und körperlich gesünder, als solche, die über weniger Sozialkontakte verfügen. Sozialer Rückhalt gilt als eine der wichtigsten Vorbedingungen für die Aufrechterhaltung von Wohlbefinden und Gesundheit. Gerade in belastenden Lebenssituationen ist es wichtig, dass Menschen soziale Rückhalte in Anspruch nehmen können. Dies gilt sowohl für gesunde, als auch für erkrankte Personen, unabhängig davon, ob es sich um eine körperliche oder seelische Erkrankung handelt. Krebspatienten, die nur geringe soziale Unterstützung erhalten, zeigen sowohl ein höheres Depressionslevel, als auch geringere Werte in Bezug auf ihre gesamte Gesundheit und Lebensqualität. Untersuchungen zeigen, dass kranke Personen häufig über weniger Unterstützungsressourcen verfügen als Gesunde.
Wohlbefinden und wahrgenommene Unterstützung
Es besteht ein starker Zusammenhang zwischen Wohlbefinden und wahrgenomme-ner Unterstützung ...
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Bild: pexels.com
Gerlinde Alscher, BA Gesundheitsmanagement, DVG-Bildungsreferentin
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