Zum Hauptmenü springen

Wasser als natürliche Heilanwendung

«Brrrh!!! Ist das kalt!!!» Ich stecke in einem großen Gefäß mit eiskaltem Wasser, auch mein Kopf ist unter Wasser. Nein, es ist kein Albtraum. Nach ein paar Sekunden geht es wieder heraus, die Haut wird kurz abgerubbelt, die Kleidung angezogen, und ich darf wieder herumspringen, um warm zu werden. Mein Vater, begeisterter Kneipp-Anhänger, will das Beste für seine vierjährige Tochter, die ständig Lungenentzündungen hat. Er nimmt mit ihr diese Radikalkur vor, um den Körper abzuhärten. Das ist meine erste bewusste Erinnerung an Wasser als ein Heilmittel. Ich bekomme keine Lungenentzündung mehr, nur noch hin und wieder Erkältungen. Was ist denn da passiert? Wieso hat kaltes Wasser geholfen?

Abhärtung

Kommt die Körperoberfläche mit kaltem Wasser in Berührung, wird Wärme entzogen. Als Reaktion verengen sich die Blutgefäße, um die Wärme zu halten. Der behandelte Bereich kühlt etwas ab, die Haut wird blass und kurzfristig mit etwas weniger Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Um das auszugleichen, erweitern sich die Gefäße nach einer gewissen Zeit wieder. Die Haut wird rot und ist besser durchblutet als vorher. Das ist nicht nur ein Training für Gefäße. Auch der Stoffwechsel und das Lymphsystem werden aktiviert, und die Atmung vertieft sich. Dadurch werden die Zellen besser versorgt und entgiftet, der Wärmehaushalt und der Transport von Gewebeflüssigkeit werden optimiert. Dies alles führt dazu, dass man für grippale Infekte weniger anfällig ist. Der wissenschaftliche Nachweis erfolgte in einer 10 Wochen andauernden Studie der Uni Jena. Daraus lässt sich auch ableiten, dass man rechtzeitig vor der Erkältungssaison mit Wasseranwendungen beginnt. Und es muss ja nicht die oben erlebte Radikalkur sein. Weitere Möglichkeiten sind:

  • Wechselduschen

Die Wechseldusche am Morgen sorgt dafür, dass der Organismus «aufwacht», der Kreislauf und damit die Wärme-Kälte-Regulierung auf Trab kommen.

Weiterlesen? Laden Sie den ganzen Artikel kostenfrei herunter!

Doris Wöhner, Pflegepädagogin, BBA, Gesundheitsberaterin

Folgende Artikel finden Sie in dieser Rubrik auch noch:

Gute Nahrung für Körper und Geist

Bei dieser Überschrift werden die meisten Leser Tipps rund ums Thema Ernährung erwarten. Aber ich möchte Ihnen auch zeigen, dass zu einer gesunden Ernährung nicht nur die Nahrung für den Körper gehört, sondern auch die für Seele und Geist.

mehr lesen

Brustkrebs: Alkohol & Übergewicht schlecht für die Prognose

Dass erhöhter Alkoholkonsum und deutliches Übergewicht das primäre Brustkrebsrisiko erhöhen, wurde schon des Öfteren berichtet. Wenig ist bislang über die prognostischen Folgen bei bereits erkrankten Patientinnen bekannt.
Zwei aktuelle Untersuchungen weisen darauf hin, dass ab einer bestimmten Alkoholmenge pro Tag bzw. Woche und bei erhöhtem Body Mass Index die Erfolgsaussichten der Behandlung zum Teil deutlich abnehmen. Dies ein Bericht vom Brustkrebssymposium in San Antonio.
mehr lesen

Gesundheitsförderung: Adventisten kooperieren mit WHO

Bei der Unterzeichnung einer Vereinbarung zur Zusammenarbeit zwischen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten und der panamerikanische Regionalabteilung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) PAHO, forderte, Pastor Ted N.C. Wilson (Silver Spring, Maryland/USA) Präsident der adventistischen Weltkirchenleitung seine Ortsgemeinden weltweit auf, bei Gesundheitsveranstaltungen vermehrt mit lokalen Behörden und Gesundheitsämtern zusammenzuarbeiten.
mehr lesen

Der Koch ist wichtiger als das Rezept

oder: Wie Sie schlechten Genen ein Schnippchen schlagen können

Interview mit Dr. Heidi Schulz, Wissenschaftlerin am Institut für Humangenetik der Universität Regensburg, über die grosse Bedeutung des relativ neuen Forschungszweigs der Epigenetik. Bei der Entstehung von Krankheiten spielen Gene eine wichtige Rolle. Mindestens ebenso wichtig ist aber die Frage, was oder wer unsere Gene steuert. Die Fragen stellte Dr. med. Ruedi Brodbeck.
mehr lesen

Alkohol und Schlaf

Zu der Beziehung zwischen abendlichem Alkholkonsum und Schlafqualität gibt es zahlreiche Untersuchungen. Gut belegt ist, dass Alkohol zwar das Einschlafen verbessern kann, aber den normalen Schlafrhythmus beeinträchtigt. Ein „Schlummertrunk“ führt in der zweiten Nachthälfte zu Unruhe mit flachem Schlaf und vermehrten Weckreaktionen. 
Ferner wird Schnarchen mit und ohne Schlafapnoe durch Alkohol begünstigt und es kommt unter anderem zu vermehrtem Schwitzen, Kopfschmerzen und Mundtrockenheit.
mehr lesen