Zum Hauptmenü springen

Panikstörung durch zu viel Blei im Blut

MONTREAL - Höhere Bleiwerte im Blut - auch wenn sie noch im Normbereich liegen - begünstigen anscheinend Depressionen und Panikstörungen bei jungen Erwachsenen.

Ein Forscherteam aus Kanada und den USA untersuchte den Bleigehalt im Blut von 1987 jungen Erwachsenen zwischen 20 und 39 Jahren. Durchschnittlich trugen die Studienteilnehmer 1,6 ag Blei pro Deziliter Blut mit sich herum. Im oberen Fünftel mit einem Bleigehalt von mehr als 2,1 ag/dl war die Gefahr, eine Depression zu entwickeln, mehr als doppelt so hoch wie bei Personen in der untersten Quintile. Für eine Panikstörung waren die stark „verbleiten“ Probanden sogar fünfmal so empfänglich.

Die gemessenen Bleiwerte bewegten sich in einem Bereich, der bisher als ungefährlich angesehen wurde; und doch reichen diese Konzentrationen offenbar aus, um die geistige Gesundheit ungünstig zu beeinflussen.
Starke Auswirkungen auf den Blutgehalt des Schwermetalls hatte der Genuss von Zigaretten. Nachdem dieser Effekt herausgerechnet wurde, stieg das Risiko, eine Depression zu entwickeln, im obersten Bleifünftel um den Faktor 2,5 und für eine Panikstörung um den Faktor 8,2.

Bouchard MF et ei., Arch Gen Psych 2009; 66:1313—1319 ;1
Quelle: Medical-Tibune (Schweiz) MTCH, Nr. 17, 23.4.2010, S. 7

Bild: http://images-of-elements.com/lead.php

Folgende Artikel finden Sie in dieser Rubrik auch noch:

Riskante Entscheidungen – entscheidende Risiken

Niemand betrachtet Speiseeis als ein grosses Risiko für Kinder, aber der Eiswagen, der die vierjährige Bo-Bo Valentine überfuhr, als sie auf die Strasse rannte, hätte beinahe ihr junges Leben ausgelöscht.

 Als ich sie an einem Montag­­morgen zum ersten Mal sah, lag sie im Koma auf der Intensiv­station – angeschlossen an ein Messgerät für den Schädelinnen­druck. Einer der Assistenzärzte fasste ihren Fall so zusammen: «Ist es nicht an der Zeit, das kleine Mädchen aufzugeben? Ungefähr das Einzige, was sie noch zeigt, ist eine Pupillenreaktion», was bedeutete, dass ihre Pupillen noch auf Licht reagierten. Ansonsten hatte sie jede Reaktionsfähigkeit verloren.

Bevor ich ihm antwortete, beugte ich mich über Bo-Bo und hob sanft ihr Augenlid an. Ihre Pupillen waren starr und geweitet. «Haben Sie nicht gesagt, dass ihre Pupillen noch ­reagieren?» – «Vor einer Minute taten sie es noch», beharrte er. «Dann meinen Sie, dass ihre Pupillen sich in diesem Augenblick geweitet hatten?» – «Das müssen sie wohl!»

Sofort etwas tun?

Wenn das der Fall war, dann bedeutete es, dass in diesem Moment etwas Ernsthaftes geschah, und wir mussten sofort etwas unternehmen, wenn wir hofften, weiteren Schaden abzuwenden.
mehr lesen

Gesundheitsförderung: Adventisten kooperieren mit WHO

Bei der Unterzeichnung einer Vereinbarung zur Zusammenarbeit zwischen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten und der panamerikanische Regionalabteilung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) PAHO, forderte, Pastor Ted N.C. Wilson (Silver Spring, Maryland/USA) Präsident der adventistischen Weltkirchenleitung seine Ortsgemeinden weltweit auf, bei Gesundheitsveranstaltungen vermehrt mit lokalen Behörden und Gesundheitsämtern zusammenzuarbeiten.
mehr lesen

Tut Religion der Psyche gut?

Die religiösen und spirituellen Einflüsse auf die Gesundheit sind in der wissenschaftlich- psychiatrischen Forschung der letzten 150 Jahre stark vernachlässigt worden.
mehr lesen

Macht «Glauben» gesund? Eine Standortbestimmung

Im Sprechzimmer …Wie würden Sie reagieren, wenn Ihr Arzt – vielleicht bei einer Vorsorgeuntersuchung, vielleicht auch im Krankheitsfall – Sie unvermittelt fragen würde, wo Sie Hoffnung schöpfen, Kraft, Trost und inneren Frieden finden können?
mehr lesen

Cannabis und beginnende Psychose

Ein riskantes Zusammenwirken: Cannabis ist neben Nikotin und Alkohol eine der am häufigsten konsumierten psychotropen Substanzen weltweit. Der Zusammenhang zwischen Cannabis und Psychosen wurde in einer grossen Anzahl von Studien untersucht.

mehr lesen