Zum Hauptmenü springen

Es betrifft uns alle – sexuelle Ausbeutung

Jede vierte Frau und jeder achte Mann ist mindestens einmal im Leben Opfer von sexueller Ausbeutung geworden. Die Zahlen über die Verbreitung von sexueller Ausbeutung lassen erschrecken und machen betroffen. Hinter diesen Zahlen stehen Menschen.

Missbraucht, verraten und allein gelassen

Sie war 12 Jahre alt. Groß genug, um im Haushalt mitzuhelfen, aber zu klein für diese Erfahrung. Damals war es selbstverständlich, dass die Kinder für verschiedene Arbeiten im Haushalt herangezogen wurden. Ab und zu wurde sie auch zum allein lebenden Onkel in der Nachbarschaft geschickt, um dort die eine oder andere Arbeit zu verrichten. Er war nett und fürsorglich und versicherte Rosa immer wieder, wie sehr er sie und ihre Hilfe schätzte. Die Berührungen, scheinbar zufällig, waren ihr zwar unangenehm, aber was hätte sie sagen sollen? Es war ja nicht so schlimm. Diesen Satz, den sie schon viele Male gehört hatte, sagte sie nun zu sich selber. Schlimm ist die Erinnerung an diesen einen Tag. Es gab keine zufällige Berührung. Ihr Onkel missbrauchte sie, um seine sexuelle Lust zu befriedigen. Sie war verletzt, verstört, hilflos und allein. Es ekelte sie. Sie schämte sich. Viele Nächte hat sie sich in den Schlaf geweint. Als sie allen Mut zusammennahm und versuchte, ihrer Mutter davon zu erzählen, meinte diese: «Erzähl doch keinen Unsinn! Das kann nicht sein.» Einmal mehr wurde sie verraten und allein gelassen. Sie begann an sich und ihrer Wahrnehmung zu zweifeln. Sie fühlte sich schuldig und wertlos. Es folgte ein Leben mit vielen Höhen und Tiefen.

Weiterlesen? Laden Sie diesen Artikel kostenfrei herunter!

Heidi Albisser, Sempach, CH, Lebensberaterin, Führungskraft

Folgende Artikel finden Sie in dieser Rubrik auch noch:

Lebenskunst Ruhe – den gesunden Rhythmus finden

Schneller, schneller, 
immer mehr ...

Unser Leben wird immer hektischer. Sowohl während der Arbeit als auch in der Freizeit steigen Erwartungen und Ansprüche. Es wird immer mehr in immer kürzerer Zeit verlangt. Der Stresspegel steigt, und viele spüren, dass ihnen Stress schadet. Stressbedingte Erkrankungen sind an der Tagesordnung.
mehr lesen

Gemeinsam essen

Die positiven Aspekte von gemeinsamen Mahlzeiten im Rahmen der Familie
«Vor einigen Jahren, als ich noch klein war, habe ich oft gemeinsam in der Familie gegessen, aber das ist doch nur etwas für Leute, die sonst nichts zu tun haben», erklärt mir ein mit digitalen Medien aufgewachsener Jugendlicher. «Das ist überhaut nicht cool», bemerkt ein anderer, und während er eine SMS schreibt und von seiner Pizza abbeisst ergänzt er: «Dafür habe ich keine Zeit.» Ist das der neue Trend, mit dem wir uns aktuell in einer digitalen High-Tech-Gesellschaft auseinandersetzen müssen, die von uns erwartet, dass wir stets mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigen können?
mehr lesen

Zehntausende Kinder mit alkoholabhängigen Eltern

In der Schweiz wachsen mehrere zehntausend Kinder mit einem alkoholabhängigen Elternteil auf, wie Sucht Info Schweiz in einer Medienmitteilung schreibt. Die Kinder seien mit ihren Sorgen oft alleine und das Leiden begleite sie häufig ihr Leben lang. „Boby“, der kleinen Hund aus dem gleichnamigen Bilderbuch zur Sensibilisierung von Eltern und Kindern für die Thematik, wird seit dem 21. November in allen Poststellen in Form eines Schlüsselanhänger gratis abgegeben. „Boby“ soll den betroffenen Kindern eine Stimme geben und ihre Eltern für die Problematik sensibilisieren.
mehr lesen

Nein sagen ohne Schuldgefühle

Nein sagen ist so eine Sache. Eigentlich sollte es ganz einfach sein, Nein zu sagen. Jedes Kind im Trotzalter beherrscht ja diese Kunst perfekt. Und doch, wer kennt es nicht, das Ja, das rausrutscht, obwohl man doch Nein gemeint hat. Ein Freund bittet um Hilfe und ohne Zögern sagen Sie Ja. Freunde sind doch dazu da, einander zu helfen. Anschliessend sitzen Sie da und ärgern sich über sich selbst, weil Sie wieder einmal nachgegeben haben.
mehr lesen

Vertrauen – in die Wiege gelegt?

Wir vertrauen jeden Tag, ohne darüber nachzudenken. Wir vertrauen darauf, dass die Brücke, über die wir fahren, hält und dass der Bäcker frische Semmeln gebacken hat. Trotzdem ist das nicht so einfach.

mehr lesen