Alkohol: Die Risiken durch Medikamente verstärkt
Aber auch moderater Alkoholkonsum kann bei älteren Menschen heikel sein, da ihr Körper Alkohol weniger gut verträgt und weil Wechselwirkungen mit Medikamenten auftreten können.
Dies schreibt Sucht Schweiz, nationales Kompetenzzentrum im Suchtbereich, in einer Medienmitteilung zur diesjährigen Dialogwoche Alkohol vom 16. bis 26. Mai. Laut Sucht Schweiz wird die Dialogwoche unter dem Motto «Wie viel ist zu viel?» von elf Kantonen und zahlreichen Fachorganisationen getragen. Sie biete die Gelegenheit, mehr über die Risiken des Alkohols im fortschreitenden Lebensalter zu erfahren sowie Tipps zu einem für einen risikoarmen Konsum zu erhalten. Gemäss den
Zahlen des Suchtmonitorings steigt der chronische Risikokonsum mit dem Alter stark an: 7 Prozent der 65- bis 74-Jährigen Menschen in der Schweiz trinken täglich zu viel Alkohol, bei Frauen mindestens zwei Gläser Alkohol pro Tag, bei Männern mindestens drei Gläser.
Alkohol als Zuflucht und Falle
Die Gründe für den erhöhten regelmässigen Alkoholkonsum bereits ab 45 Jahren, und noch stärker nach der Pensionierung, seien vielfältig: Oft gehe er mit familiären Veränderungen oder Verlusten, aber auch mit Sinnkrisen einher. Die Pensionierung bringe für viele eine Destabilisierung oder gar eine grosse Leere mit sich. Beziehungen gingen verloren und manche erlebten, auch durch Todesfälle, eine soziale Isolierung. Zudem würden auch Schlafstörungen verschiedentlich mit Alkohol angegangen. So könne der Alkohol zur Zuflucht werden, die sich später in eine Falle verwandle.
Risiken durch Medikamente, auch bei moderatem Konsum
Laut einer Untersuchung von Sucht Schweiz konsumieren mehr als 20 Prozent der über 65-Jährigen, die Medikamente einnehmen, häufig oder immer gleichentags auch Alkohol. «Zudem geht oft vergessen, dass Medikamente länger im Blut bleiben: Auch der Alkoholkonsum zwei Tage nach der Medikamenteneinnahme kann noch Wechselwirkungen zeitigen», schreibt Matthias Wicki, Autor der Untersuchung.
Die Wechselwirkung von Alkohol und Medikamenten sorge für Verstärkung,
Veränderung oder auch Verminderung der Medikamentenwirkung. Zudem könnten Wahrnehmungsstörungen, Verwirrung und andere Nebenwirkungen wie schwere Belastungen für die Leber auftreten. Fahruntüchtigkeit oder auch Stürze, könnten in diesem Alter fatal sein, so Wicki. Der Körper vertrage im Alter weniger Alkohol, schreibt das Kompetenzzentrum, weil nach 50 der Wasseranteil im Körper abnehme und der Alkohol stärker wirke.
Ressourcen
Nützliche Informationen von Sucht Schweiz zum Umgang mit Alkohol und
Medikamenten beim Älterwerden: https://www.alterundsucht.ch/55-plus.html
© Foto: moritz320 auf Pixabay
© Nachrichtenagentur APD Basel (Schweiz) und Ostfildern (Deutschland), Journalist / Pressedienst
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