Zum Hauptmenü springen

Menschen in Not begegnen

«Hallo, wie geht’s?» Die freundliche Stimme gehört Noha. «Komm, komm!» Sie freut sich darüber, dass ich heute Vormittag mit ihr gemeinsam kochen werde. Als Ägypterin koptischen Glaubens fühlt sie sich in Österreich oft sehr einsam.

Sie spricht Arabisch, sucht jedoch keinen Kontakt zu Muslimen, da diese dafür verantwortlich sind, dass sie ihr vergangenes Leben vollständig hinter sich lassen musste. Einige nahe Verwandte ihres Mannes wurden ermordet. Ihr Mann und sie kamen mit dem Leben davon, während sie mit einem Schlepperschiff über das Mittelmeer setzten. Zu dieser Zeit war Noha hochschwanger. Ihre Tochter Maria ist in Österreich geboren und nun fast zwei Jahre alt.

Nohas Familie gehört zu den Glücklichen, die bereits einen positiven Asylbescheid und damit auch eine Arbeitserlaubnis erhalten haben. Ihr Mann ist Architekt, der in Ägypten eine Firma führte und viel Geld verdiente. Nun arbeitet er als Schichtarbeiter und kann sich gerade das Notwendigste für seine Familie leisten. Aber die beiden schätzen die Sicherheit und den Frieden unseres Landes.

 

Jetzt ist alles anders geworden

Ich setze mich auf die Couch, während die kleine Maria mich misstrauisch beäugt. Im Hintergrund läuft eine Kindersendung im Fernsehen. «Was machst du den ganzen Tag?» Sie antwortet höflich lachend: «Ich sitze zuhause mit Maria, ich koche, ich putze. Wenn Maria schläft, lege ich mich auch zum Schlafen hin. Ich bin immer müde.» «Warum gehst du nicht spazieren?» Daraufhin antwortet sie mit einem resignierten Schulterzucken. Während sie mir Fotos aus ihrer Heimat zeigt, entspannt sich die Atmosphäre. Sie zeigt mir ihre Hochzeitsbilder, ihre schönen, teuren Schuhe, die sie damals getragen hat. Jetzt ist alles anders geworden.

«Komm bald wieder!»

Ich versuche, ihre Gedanken auf die Zukunft zu richten, erzähle ihr ein wenig aus meinem Leben. Dann sprechen wir über die Kochrezepte, die ich für heute ausgewählt habe. Es sind typisch österreichische Kürbisspeisen. Sie kennt das Gemüse, jedoch nicht die Art der Verwendung. Gemeinsam kochen wir für Mittag. Wir reden auf Deutsch und Englisch. Ich lerne einiges auf Arabisch und sie auf Deutsch. Dann essen wir gemeinsam mit Maria.

Der Mann wird erst am späten Abend nach Hause kommen. ...

Weiterlesen? Laden Sie diesen Artikel kostenfrei herunter.

MARGARITA WINDISCH, Braunau, A, Lehrerin

Folgende Artikel finden Sie in dieser Rubrik auch noch:

Gesundheitsförderung: Adventisten kooperieren mit WHO

Bei der Unterzeichnung einer Vereinbarung zur Zusammenarbeit zwischen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten und der panamerikanische Regionalabteilung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) PAHO, forderte, Pastor Ted N.C. Wilson (Silver Spring, Maryland/USA) Präsident der adventistischen Weltkirchenleitung seine Ortsgemeinden weltweit auf, bei Gesundheitsveranstaltungen vermehrt mit lokalen Behörden und Gesundheitsämtern zusammenzuarbeiten.
mehr lesen

Sucht kann jeden treffen

Am Anfang der Sucht steht oft der Genuss. Verschiedene Faktoren wie die individuelle Veranlagung, die Eigenschaften des Produktes oder gesellschaftliche Normen können dazu führen, dass aus dem Genuss eine Sucht wird. Nicht jeder ist gleich suchtgefährdet, und die Empfänglichkeit für suchtfördernde Mittel kann sich im Laufe des Lebens verändern.
mehr lesen

Der Koch ist wichtiger als das Rezept

oder: Wie Sie schlechten Genen ein Schnippchen schlagen können

Interview mit Dr. Heidi Schulz, Wissenschaftlerin am Institut für Humangenetik der Universität Regensburg, über die grosse Bedeutung des relativ neuen Forschungszweigs der Epigenetik. Bei der Entstehung von Krankheiten spielen Gene eine wichtige Rolle. Mindestens ebenso wichtig ist aber die Frage, was oder wer unsere Gene steuert. Die Fragen stellte Dr. med. Ruedi Brodbeck.
mehr lesen

Die Bedeutung des Optimismus für unsere Gesundheit

Optimismus – wenn alles zum Besten dient. Bist du ein Optimist? Ein wunderschöner Rosenstrauch in einem blühenden Garten. Wenn du ihn betrachtest, verweilst du eher bei den Blüten oder den Dornen? Wenn du nun dein eigenes Leben betrachtest, was dann?

mehr lesen

Winter Blues - Wenn Lichtmangel krank macht

Licht hilft bei depressiven Erkrankungen früher als eine Therapie mit antidepressiv wirksamen Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI). Nachweis von saisonalen Veränderungen am postsynaptischen Neuron gelungen.
mehr lesen