Am besten ist es, gar keinen Alkohol zu trinken

06.12.2011

[zurück zur Liste aller Artikel]
 

Bild zum Artikel Nr. 131Je mehr Alkohol umso höher das Krebsrisiko

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) weist darauf hin, dass Männer nicht mehr als 20 und Frauen nicht mehr als zehn Gramm Alkohol pro Tag aufnehmen sollten. Zehn Gramm Alkohol steckten in einem „Drink“, zum Beispiel ein Glas Bier, Wein oder Schnaps. Würde diese Menge nicht überschritten, wären zahlreiche Krebsfälle vermeidbar. Bei Männern könnten 90 Prozent und bei Frauen 50 Prozent der alkoholbedingten Krebskrankheiten und Krebstodesfälle verhindert werden. Das seien etwa 720.000 Krankheits- und 430.000 Todesfälle weltweit. Zur Krebsprävention wäre es also am besten, gar keinen Alkohol zu trinken.

Dieses Fazit zögen die Autoren einer aktuellen Übersichtsarbeit. Sie fassten Ergebnisse von Meta-Analysen zu den Krebskrankheiten zusammen, für die Alkohol als Risikofaktor gelte. Im Vergleich zum Verzicht oder zu gelegentlichem Trinken sei starkes Trinken mit einem besonders hohen Risiko für Mund-, Rachen- und Speiseröhrenkrebs verbunden: Täglich vier oder mehr Drinks erhöhten das Risiko um 400 Prozent. Das Risiko für Kehlkopfkrebs sei etwa um 150 Prozent, das für Dickdarm- und Brustkrebs um 50 Prozent und für Bauchspeicheldrüsenkrebs um 20 Prozent erhöht. Auch bei geringem Alkoholkonsum von einem Drink pro Tag sei das Risiko für bestimmte Krebskrankheiten höher, und zwar um 20 bis 30 Prozent für Mund-, Rachen- und Speiseröhrenkrebs. Das Risiko für Leberkrebs wäre ebenfalls erhöht.

Bei allen untersuchten Krebslokalisationen bestehe eine Dosis-Wirkungsbeziehung: Je mehr getrunken werde, desto höher steige das Risiko. Das Brustkrebsrisiko beispielsweise steige pro zehn Gramm Alkohol pro Tag um jeweils sieben Prozent.

© Nachrichtenagentur APD Ostfildern (Deutschland) und Basel (Schweiz)

© Foto: Matthias Müller/churchphoto.de


 

Weitere Artikel zum Thema

13.12.2011

Supplemente:Vitamine und Eisen verkürzen das Leben

Bild zum Artikel Nr. 133 Erneut kommt eine Studie zu dem Ergebnis, dass die Einnahme von Vitaminen und Spurenelementen Menschen ohne Mangelzustände mehr schadet als nutzt. Eine Auswertung der Iowa Women's Health Study zeigt (Archives of Internal Medicine 2011; 171: 1625-1633) für mehrere Supplemente sogar einen Anstieg der Sterblichkeit auf. Einzige Ausnahme war Kalzium, deren Einnahme mit einem verminderten Sterberisiko älterer Frauen assoziiert war. Die Iowa Women's Health Study (IWHS) wurde 1986 begonnen. Die 41.836 Frauen waren zu ... [weiterlesen]

23.08.2009

Krebsdiagnose führt häufig zu Depression

Bild zum Artikel Nr. 116 Zwischen 20 und 50 Prozent aller Krebspatienten entwickeln behandlungsbedürftige depressive Störungen, 9 bis 24 Prozent sogar eine Majore Depression. Länger anhaltende Symptome wie Konzentrationsstörungen, Minderwertigkeitsgefühle oder Hoffnungslosigkeit sollten behandelt werden, da die Übergänge von seelischen Tiefs zur manifesten Depression meist fliessend sind. Zudem vermindern depressive Versimmungen nicht nur die ohne hin schon eingeschränkte Lebensqualität der Krebskranken, sondern ... [weiterlesen]

19.11.2008

Höhere Darmkrebsrate in Ländern mit hohem Fleischkonsum

Bild zum Artikel Nr. 24 Der Verzehr von Fleisch und die Häufigkeit von Darmkrebs stehen nach Erkenntnissen britischer Wissenschaftler in einem klaren Zusammenhang. In den westlichen Industriestaaten mit hohem Fleischkonsum sei die Darmkrebsrate dreimal höher als in ärmeren Ländern, wo vor allem Gemüse und Getreide auf dem Speiseplan stehen, heißt es in einer Studie der Fachzeitschrift "Journal of Epidemiology and Community Health". Die Wissenschaftler der Universität Oxford verglichen die Darmkrebsraten und ... [weiterlesen]

02.02.2009

Tierisches Eiweiß erhöht Risiko für Prostatakrebs

Bild zum Artikel Nr. 102 Über die Entstehung des Prostatakarzinoms ist bisher wenig bekannt,allerdings existieren verschiedene Hypothesen. So sollen größere Mengen tierischer Proteine das Risiko erhöhen, ebenso wie eine hohe Aufnahme von Milchprodukten oder Kalzium. Die Ergebnisse einer aktuellen europäischen Studie stützen diese These. Grundlage der Untersuchung bildeten Daten einer Multicenterstudie, die den Zusammenhang zwischen Ernährung, Lebensstil, Umweltfaktoren und Krebs untersucht. Die Gesamtkohorte umfasst rund eine ... [weiterlesen]

05.11.2008

Die 4 bekanntesten Irrtümer zum Thema Krebs

Bild zum Artikel Nr. 9 Erster Irrtum: Krebs hat mich aus dem heiteren Himmel befallen! Viele negative Faktoren, die über Jahrzehnte einwirken (Rauchen etc.) lösen Krebs aus. Zweiter Irrtum: Krebs ist ein Schicksal, dem ich machtlos ausgeliefert bin! Lebensstil, Immunsystem usw. haben wesentlichen Einfluss auf die Krebsentstehung. Dritter Irrtum: Mit Krebs habe ich eine unheilbare Erkrankung! Vorsorgeuntersuchungen, Moderne Medizin, natürliche Heilmethoden und vor allem eigenes Zutun wirken vielfach „Wunder“. Vierter Irrtum: Ich ... [weiterlesen]

© 2005-2012 Liga Leben und Gesundheit - Verein zur Förderung einer naturgemäßen Lebensweise